Krise als Chance – stillstehen und (sich) Selbstbewusstsein

Manchmal scheint alles aus den Fugen zu geraten. Wir werden mit Informationen überflutet, Annahmen vermischen sich mit Tatsachen, Empfehlungen werden zur Pflicht. Da fällt es schwer, sich nicht beunruhigen zu lassen. Aber genau das ist mein Rat an Sie.

Von einem Tag auf den anderen kann alles anders sein. Kunden kehren sich ab, Aufträge brechen weg, Arbeitsplätze sind plötzlich in Gefahr, die Existenz droht wegzubrechen. Es sagt sich so leicht, dass Unsicherheit auch eine tolle Chance sein kann, sozusagen das „Abenteuer des Lebens“. Zunächst einmal schaffen Krisen aber vor allem Angst, Verwirrung, Zweifel, Ungewissheit. Man weiß nicht mehr, was man denken soll, wo man steht, und spürt den Sog der Panik.

Bleiben Sie stehen, halten Sie inne.

Manchmal bringt das Leben unausweichliche Situationen, durchkreuzt damit alle Pläne und jede Routine und schüttelt buchstäblich alles durcheinander Ja, das macht einen erstmal wütend, das macht Angst, vielleicht fühlt man sich hilflos oder deprimiert. Aber wussten Sie: Wenn sich ein Wirbelsturm schnell genug dreht, kann sich in seinem Inneren ein sogenanntes Auge bilden. Das ist eine annähernd windstille Zone, mitten im Chaos. Wer meine Blogs liest, hat schon öfter vom „Punkt der Stille“ gehört.

In ihm steckt eine unglaubliche Qualität. Es ist eine Art Null-Punkt, der uns erlaubt, anzuhalten und tatsächlich mal im Jetzt zu sein. Weil gerade keiner da ist, der permanente Leistung von uns verlangt, der an uns zerrt, kein Hamsterrad ohne Haltestelle. Wer es schafft, diesen Null-Punkt auszuhalten und anzunehmen, wer ihm positiv begegnet und neugierig ist, wem es gelingt in dieser unverhofften Ruhe endlich in sich hineinzuspüren, für den können sich ganz neue Türen öffnen.

Wer fragt, bringt seine Ängste in die Ruhe.

Nutzen Sie diesen Zustand, um Ihre Gedanken bewusst anders zu lenken, bevor sie Ihnen später wieder davongaloppieren. Stellen Sie sich jetzt neu auf und machen Sie sich bereit, für das was danach kommt. Machen Sie sich Ihrer selbst bewusst, Selbstbewusstsein. Ich habe ein paar Vorschläge für Sie, fragen Sie sich doch mal:

  • Wie erlebe ich gerade den Wirbelsturm?
  • Wenn es etwas allgemein Gutes an der Situation gibt, was ist das?
  • Und was ist für mich ganz persönlich daran gut?
  • Wem bin ich von Nutzen und in welcher Form?
  • Was ist mit meinen Werten, haben sie Bestand?
  • Welche kann ich getrost loslassen und welche können hinzukommen?
  • Welche sind mir in der Zukunft besonders wichtig? Woran erkenne ich, dass ich sie lebe?

Sie werden merken, wer hierzu Antworten sucht und findet, den beschäftigt die Krisen-Angst gar nicht mehr. Und wenn die Angst keine Beachtung bekommt, zieht sie sich zurück, ganz von allein.

Herzlich, Ihre Juliane Müller

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