Lebe dein Leben oder der Autopilot übernimmt

Lebe dein Leben oder der Autopilot übernimmt!

Wenn die Überbrückung zur Endlosschleife wird – und wie wir unsere Kraft zurückgewinnen.

Selbst schon erlebt – oder zumindest davon gehört?
Wenn eine kleine Überbrückung plötzlich zu einer Endlosschleife wird. Eine Zeit, die eigentlich als kurzer Zwischenschritt gedacht war, sich aber unmerklich zum Dauerzustand entwickelt.

Manchmal nennen wir es Warteschleife, manchmal Übergangszeit. Ich spreche auch gerne von einer unverhofften Zeit. Sie kann wertvoll sein – wenn wir sie bewusst gestalten. Oder sie kann uns lähmen – wenn wir im Autopilot verharren.

Jonnys Geschichte: Vom Zwischenstopp in den Kreislauf

Der beste Freund meines Bruders – nennen wir ihn Jonny – war ein gescheiter junger Mann.
Matura geschafft, Zivildienst geleistet, doch noch keine Idee, was er studieren wollte.
Die Anmeldung zur Aufnahmeprüfung hatte er – vielleicht unterbewusst absichtlich – verpasst.
Und plötzlich stand er da. Mit leeren Händen.

Er nahm einen Job im Getränkemarkt an. Staplerführerschein, schnelles Geld, ein Stück Freiheit. Bald konnte er sich leisten, was er sich als Schüler nie erträumt hatte. Reisen mit seiner Freundin, die studierte. Während sie ihrem Ziel Schritt für Schritt näherkam, glitt er in eine Routine hinein, die sich wie eine bequeme, aber träge Komfortzone anfühlte.

Und doch: Je mehr er verdiente, desto weniger konnte er sich vorstellen, noch einmal ganz von vorne zu beginnen.

Ein wissenschaftlicher Blick: Warum wir hängenbleiben

Die Psychologie kennt dieses Phänomen. Es trägt Namen wie Status-quo-Verzerrung oder kognitive Trägheit. Wir Menschen neigen dazu, bei dem zu bleiben, was wir kennen – auch wenn es uns langfristig nicht erfüllt.
Der Grund liegt tief in unserem Nervensystem:

  • Belohnungsmechanismus: Geld und Sicherheit aktivieren das Dopaminsystem. Kurzfristige Befriedigung überlagert die Unsicherheit einer Neuausrichtung.
  • Verlustangst: Unser Gehirn bewertet den Verlust von Sicherheit doppelt so stark wie den möglichen Gewinn durch Veränderung.
  • Aufschieberitis: Ohne klares Ziel verschiebt das Unterbewusstsein Entscheidungen, bis irgendwann das Leben selbst eingreift.

Und so wird aus einer Überbrückung ein Stillstand.

Die Wendung: Leben im Autopilot – bis es kracht

Jonnys Geschichte erinnert an das Henne-Ei-Problem. War es der Job, der ihn band? Oder die fehlende Entscheidung, die ihn in den Job führte? Wahrscheinlich beides.

Seine Freundin beendete schließlich die Beziehung. Sie hatte ihren Weg gefunden, während er seinen noch suchte.
Er heiratete später Miriam, mit der er eine Familie gründete. Erst als die Kinder da waren, spürte er mit aller Deutlichkeit: So kann es nicht bleiben.

Sie setzten sich zusammen an den Tisch und begannen – spät, aber doch – ihre Wünsche ernst zu nehmen. Sie stellten sich die Frage, die Jonny sich nie gestellt hatte:
„Wie möchte ich denn in Wirklichkeit leben?“

Die Kraft, neu zu beginnen

Ich erzähle Ihnen diese Geschichte nicht, um zu sagen: Jeder Mensch muss studieren. Keineswegs. Es geht vielmehr darum, die eigene Geschichte zu beleuchten.

  • Welche Überbrückung habe ich bewusst gewählt – und wann hat sie mich unmerklich gefangen?
  • Wann diente mir ein Leerlauf zur Erholung – und wann lähmte er mich?
  • Was habe ich entschieden, und wo hat das Leben für mich entschieden, weil ich es nicht getan habe?

Das Wesentliche ist: Wir können jederzeit neu beginnen. Auch nach Jahren. Auch nach Umwegen.

Routinen, die tragen – Schritte, die leiten

Ein Neuanfang bedeutet nicht, alles Hals über Kopf umzukrempeln. Es reicht oft, Routinen einzuführen, die Kraft geben:

  • Einen geregelten Tagesablauf gestalten.
  • Den Körper in Bewegung bringen.
  • Den Kopf klar machen, indem ich meine Gedanken aufschreibe.
  • Fragen stellen, die größer sind als der Alltag: Wofür gehe ich los? Was macht mein Leben sinnvoll?

Gerade im Coaching erlebe ich, wie Menschen plötzlich erkennen: Ich stehe mir nicht mehr selbst im Weg. Sie gehen nicht irgendeinen Weg – sie gehen ihren.

Mein Fazit: Ein gutes Leben beginnt mit Klarheit

Wir haben nicht alles in der Hand. Manches führt uns das Leben zu, manches verschiebt sich. Und doch: Wir können wählen, ob wir auf Autopilot bleiben – oder das Steuer wieder in die Hand nehmen.

Ein gutes Leben beschreibt nicht die perfekte Biografie, sondern die bewusste Entscheidung:

  • zu wissen, was ich nicht mehr will,
  • zu spüren, was mir entspricht,
  • und den Mut zu haben, genau das zu leben.

Dann wird die Überbrückung keine Endlosschleife, sondern eine Zwischenzeit, die uns dorthin trägt, wo wir wirklich hingehören.

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