Von der Selbstverantwortung zur Selbstwirksamkeit – den Schlüssel zum Neubeginn

Von der Selbstverantwortung zur Selbstwirksamkeit – den Schlüssel zum Neubeginn

Wem Sie die Schuld geben, dem geben Sie die Macht!

Wenn das Leben uns aus der Bahn wirft

Haben wir es nicht alle schon erlebt?
Ein Projekt, in das wir Herzblut gesteckt haben, scheitert.
Der Arbeitsplatz, der uns Sicherheit versprach, geht verloren.
Ein geliebter Mensch verlässt uns – freiwillig oder unfreiwillig.

Zurück bleibt ein Scherbenhaufen. Und wir mittendrin.

Zuerst sind da Schmerz und Trauer. Wir fühlen uns vom Leben im Stich gelassen, vom Schicksal gebeutelt, von den guten Geistern verlassen. Es ist, als ob der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Was bleibt, ist Leere. Orientierungslosigkeit. Und oft das Bedürfnis, jemanden oder etwas verantwortlich zu machen.

Die Opferrolle – verständlich, aber nicht dauerhaft heilsam

In solchen Momenten greifen wir instinktiv zu einer Überlebensstrategie: Wir gehen in die Opferrolle. Wir winden uns im Schmerz, wir klagen, wir trauern. Und ja – das darf sein. Es ist wichtig, Schmerz zu fühlen und ihn nicht zu verdrängen. Trauer ist die ehrliche Antwort auf Verlust.

Und doch gibt es einen Unterschied:

  • Trauer zieht uns nach innen, sie ist still, schwer, tief. Sie ermöglicht uns, loszulassen, das Unumkehrbare zu akzeptieren.
  • Wut hingegen ist nach außen gerichtet. Sie ist laut, explosiv, voller Energie. Sie will verändern, anklagen, sich wehren.

Beides hat seinen Platz. Beides braucht Ausdruck. Doch wenn wir darin verharren, bleiben wir gebunden – an die Vergangenheit, an den Schmerz, an das, was nicht mehr ist.

Verkapselte Wut – die unsichtbare Gefahr

Und dann gibt es noch eine dritte Form: die Wut, die gar nicht spürbar ist. Vielleicht, weil sie so tief verdrängt wurde, dass wir keinen Zugang mehr zu ihr haben. Oder weil sie sich im Inneren verkapselt hat – wie ein Stein, der schwer im Bauch liegt.

Diese unerkannte, unbewusste Wut ist oft am gefährlichsten. Sie zehrt an unserer Lebenskraft, blockiert uns, macht uns krank oder richtet sich gegen uns selbst. Gerade deshalb ist es so heilsam, auch dieser leisen, unbemerkten Wut auf die Spur zu kommen, ihr einen Ausdruck zu geben – konstruktiv, bewusst, transformierend. Erst dann wird aus blockierter Energie wieder Lebensenergie.

Wie aber können wir eine verkapselte Wut erkennen und lösen?

  • Körperarbeit: Der Körper erinnert, was der Verstand verdrängt. Verspannungen, Druck im Brustkorb oder Magenprobleme können Hinweise auf festgehaltene Emotionen sein. Atemübungen, Bewegung oder gezielte Körperarbeit helfen, diese Energie in Fluss zu bringen.
  • Schreiben: Ein Tagebuch oder freies Schreiben kann wie ein Ventil wirken. Unzensiert Worte aufs Papier zu bringen, lässt innere Spannungen sichtbar werden. Manchmal zeigen sich darin Emotionen, die wir lange nicht wahrhaben wollten.
  • Natur: In der Begegnung mit Wind, Wasser, Erde oder Feuer können wir angestaute Gefühle ausdrücken. Ein Schrei in den Wald, das Zerreißen von altem Papier, das Werfen von Steinen ins Wasser – einfache, aber tief befreiende Gesten.
  • Coaching oder Therapie: Im geschützten Raum gelingt es leichter, auch den „blinden Fleck“ anzuschauen. Mit gezielten Fragen und Methoden wird deutlich, wo Wut feststeckt – und wie sie in eine neue, lebensdienliche Kraft verwandelt werden kann.

Wut, die wir anerkennen, verliert ihre zerstörerische Macht. Sie wird zu einer klaren, nach vorne gerichteten Energie, die uns dabei unterstützt, Grenzen zu setzen und mutig neue Schritte zu gehen.

Der psychologische Blick – und Viktor Frankls Erkenntnis

Die Psychologie beschreibt uns Menschen als Gleichgewichtswesen. Wir streben – bewusst oder unbewusst – nach Ausgleich, nach Vollendung, nach Sinn. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, hat es in seinen Worten klar formuliert:

„Wenn wir eine Situation nicht ändern können, dann sind wir gefordert, uns selbst zu ändern.“

Gerade in der dunkelsten Stunde eröffnet sich eine Wahlmöglichkeit: Gebe ich der Situation, dem Schicksal, dem Täter oder den Umständen weiterhin die Macht über mein Leben? Oder nehme ich mir die Freiheit, meine Haltung neu zu bestimmen?

Geschichte als Lehrmeisterin

Schauen wir zurück in die Geschichte:
Nach Naturkatastrophen, Kriegen oder Zerstörungen erleben wir es immer wieder – der Mensch erhebt sich. Er beginnt aufzuräumen, zu sortieren, neu zu bauen.

Das eindrucksvollste Beispiel sind die Trümmerfrauen im Nachkriegsdeutschland. Millionen Männer waren gefallen, traumatisiert oder in Gefangenschaft. Die Städte lagen in Schutt und Asche. Wer blieb, waren Frauen, die ihre Kinder ernähren mussten – und die buchstäblich Stein um Stein die Trümmer sortierten. Das Nutzbare auf die eine Seite, das Unbrauchbare auf die andere. Sie bauten auf, was zerstört war.

Auch in Japan, nach den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki, geschah etwas Ähnliches. Aus der Asche erhob sich ein Volk, das heute für Disziplin, Wiederaufbau und technische Innovation bekannt ist.

Und denken wir an den großen Brand von London 1666, der fast die ganze Stadt vernichtete. In kürzester Zeit begann man mit einem neuen Aufbau – stabiler, moderner, zukunftsfähiger.

Die Geschichte lehrt uns: Zerstörung ist nicht das Ende. Es ist oft der Beginn von Neuem. Aber nur, wenn wir bereit sind, die Schuld loszulassen und Verantwortung zu übernehmen.

Wem Sie die Schuld geben, dem geben Sie die Macht

Das ist die zentrale Frage:
Wem geben Sie die Schuld?
Dem Partner, der gegangen ist?
Dem Chef, der Sie gekündigt hat?
Den Eltern, die Ihnen nicht das gegeben haben, was Sie gebraucht hätten?
Dem Schicksal, das Ihnen übel mitgespielt hat?

Natürlich kann es erleichternd sein, den Finger zu erheben. Und ja, es mag auch gerechtfertigt sein. Doch seien Sie sich bewusst: In dem Moment, in dem Sie die Schuld abgeben, geben Sie auch Ihre Macht ab.

  • Wenn „der andere“ schuld ist, sind Sie ohnmächtig.
  • Wenn „das Leben“ ungerecht ist, sind Sie ausgeliefert.
  • Wenn „die Umstände“ nicht passen, bleiben Sie stecken.

Wie viel Zeit Ihres Lebens wollen Sie damit verbringen, Schuldige zu suchen? Wie viel Ihrer Energie möchten Sie in Geschichten investieren, die Sie kleinhalten?

Der Weg heraus – in die Selbstverantwortung

Die gute Nachricht: Es gibt einen Weg. Und er beginnt in Ihnen.

Selbstverantwortung bedeutet nicht, dass Sie „schuld“ an allem sind. Es bedeutet, dass Sie die Zügel wieder in die Hand nehmen. Dass Sie anerkennen: Ich habe nicht alles gewählt, was passiert ist. Aber ich kann wählen, wie ich jetzt damit umgehe.

Im Coaching arbeite ich oft mit Fragen, die den Blick öffnen:

  • Was liegt in meinem Einflussbereich – heute, jetzt, in diesem Moment?
  • Was will ich wirklich loslassen, damit Neues entstehen kann?
  • Welche Kraft steckt in meiner Wut, die ich konstruktiv nutzen kann?
  • Welche Wahrheit darf meine Trauer mir zeigen?
  • Welchen ersten, kleinen Schritt kann ich heute setzen?

Es sind diese Fragen, die Türen öffnen. Nicht immer zu schnellen Antworten – aber zu einer Haltung, die trägt.

Selbstwirksamkeit – der Schlüssel zum Neubeginn

Wenn Sie beginnen, kleine Schritte zu setzen, erleben Sie etwas Entscheidendes: Sie sind nicht machtlos. Sie sind selbstwirksam.

Selbstwirksamkeit bedeutet, zu spüren: Mein Handeln verändert etwas. Vielleicht nicht die ganze Welt. Aber meine Welt. Und damit beginnt der Wandel.

  • Aus Trauer wird stille Kraft.
  • Aus Wut wird Energie für Veränderung.
  • Aus Angst wird Mut.

Mut, neue Wege zu gehen. Mut, Verantwortung zu übernehmen. Mut, ein schöpferisches Leben zu gestalten.

Ihre Haltung macht den Unterschied

Viktor Frankl hat es so formuliert:

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

Genau dieser Raum ist es, den wir im Coaching öffnen: Den Raum, in dem Sie frei entscheiden können. Nicht länger getrieben von Schuld, Angst oder Ohnmacht – sondern getragen von Verantwortung, Klarheit und Selbstvertrauen.

Denn am Ende ist es nicht die Frage, was Ihnen widerfahren ist.
Es ist die Frage, wie Sie damit umgehen.

Auf den Punkt gebracht

Wem Sie die Schuld geben, dem geben Sie die Macht.
Und wenn Sie die Macht zurückholen, beginnt ein neues Kapitel.

Sie können Ihr Leben nicht immer kontrollieren. Aber Sie können Ihre Haltung gestalten. Und das macht den Unterschied – zwischen einem Leben, das vom Schmerz bestimmt bleibt, und einem Leben, das Sie selbstwirksam, mutig und schöpferisch gestalten.

Ihr persönlicher Impuls

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, einen Stift und ein Blatt Papier. Schreiben Sie die drei Fragen auf – und beantworten Sie sie ganz ehrlich, ohne zu zensieren.

  1. Wem gebe ich gerade noch Macht über mein Leben – und was kostet mich das?
  2. Welche Haltung möchte ich ab heute einnehmen, um wieder Gestalterin oder Gestalter meines Lebens zu sein?
  3. Welchen ersten, kleinen Schritt kann ich sofort setzen, um meine Selbstwirksamkeit zu spüren?

Lesen Sie Ihre Antworten in den kommenden Tagen immer wieder durch. Spüren Sie hinein, was sich verändert. Schon ein kleiner Schritt kann der Beginn Ihrer 180-Grad-Wende sein.

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