Als Expertin beim Radio Salzburg

Mit diesen Tipps kommen Sie gut durch den Lockdown

Wir befinden uns mitten in der nächsten Corona-Welle, im nächsten Lockdown. Einsamkeit, Kontaktbeschränkungen, Angst sich zu infizieren, Sorge um Familie oder Freunde, Existenzbedrohung, all dies schlägt auf die Seele. Viele fühlen sich kraftlos, ausgeliefert, alle Ressourcen scheinen aufgebraucht. Hier deswegen einige ganz praktische Ratschläge, die Sie gut durch die Krisenzeit bringen.

Halten Sie den Kopf in die Höhe. Schauen Sie nach oben. Das richtet auf.

Wer sich äußerlich aufrichtet, richtet sich automatisch auch innerlich auf und steigert sein inneres Bewusstsein, seine Haltung. Und wer umgekehrt äußerlich einknickt, tut dies auch innerlich. Kopf hoch, ist wörtlich gemeint. Heben Sie den Kopf nach oben und Sie werden merken, wie sich etwas in Ihnen verändert. Dazu gibt es eine ganz einfache Übung, die ich gerne mit meinen Klienten:innen mache: Stellen Sie sich hin. Nehmen Sie ein feines, dünnes Tuch, werfen Sie es in die Höhe und schauen Sie ihm beim langsamen Fallen zu. Sie werden sich dabei ganz automatisch aufrichten.

Bewusste Auszeiten nehmen. In die Natur gehen. Grün sehen.

Und wenn es nur fünf Minuten sind: Gehen Sie raus, an die frische Luft, jeden Tag. Atmen Sie langsam und tief ein und aus. Tanken Sie Tageslicht, am besten schon in der Früh. Und umgeben Sie sich mit Grün, spazieren Sie durch den Wald. Die Farbe Grün wirkt sich nachweislich positiv auf unser vegetatives Nervensystem aus genauso wie Bewegung. Generell: Sammeln Sie Farben, vor allem für den anstehenden Winter. Als Kind haben wir alle gemalt und uns darin verloren. Probieren Sie es aus: Wählen Sie bewusst eine Farbe - egal ob Farbstifte, Aquarellfarbe oder Acryl und legen Sie einfach los.

Ein Ausweg-Satz: „Weil ich es so entschieden habe“:

Sind Sie geimpft? Sie sind nicht geimpft? Was ist richtig? Was ist falsch? Welche Maßnahme ist gut, welche nicht? Lockdown ja, nein? Derzeit kommt man von einer Diskussion in die nächste. Man will sich erklären, verstanden fühlen, konform gehen. Aber oft nehmen Gespräche eine unangenehme Richtung. Stimmen werden lauter, man macht sich gegenseitig Vorwürfe oder rechtfertigt sich, man verfranzt sich. Als Schlussstrich hat sich für mich dieser Satz bewährt: Weil ich es so entschieden habe. Sachlich und ruhig ausgesprochen, aber trotzdem bestimmt.

Bleiben Sie gelassen. Das kann man lernen.

Bevor Sie sich über etwas aufregen, halten Sie lieber erstmal einen Moment inne. Reagieren Sie nicht sofort. Nehmen Sie stattdessen sich, ihr Gefühl ganz bewusst wahr und welches Bedürfnis für Sie daraus entsteht. Und schon sind Sie mit sich im Dialog, ganz bei sich selbst - und gelassen. Nicht immer das letzte Wort haben zu müssen und den anderen reden zu lassen, ist eine hohe Kunst. Mit dem Innehalten bremsen wir uns selbst aus, erst recht, wenn wir sehr impulsive Typen sind. Und wir verhindern, dass wir unüberlegt etwas sagen, was wir besser nicht gesagt hätten. Das Gute ist, Gelassenheit kann man tatsächlich üben. Allerdings nicht in der Theorie, sondern nur in der Situation selbst.

Setzen Sie sich nicht selbst unter Druck. Geben Sie sich lieber frei.

Wir kennen das alle, der ganze Tag, die Arbeit, die Familie hat einen so beschäftigt, man hat einfach absolut keine Kraft mehr. Entspannung würde guttun, ausruhen, abschalten. Allerdings hindern wir uns meistens selbst daran, weil wir uns noch einiges vorgenommen hätten. Bügeln am Abend beispielsweise oder das Bad putzen oder joggen oder, oder, oder. Geben Sie sich ganz offiziell selbst die Erlaubnis, all das nicht machen zu müssen. Geben Sie sich frei. Legen Sie sich stattdessen aufs Sofa. Wenn Sie es brauchen, werden Sie einschlafen. Vielleicht spüren Sie nach einer Viertelstunde auch neue Energie und werden doch noch aktiv. Beides ist in Ordnung, schließlich haben Sie es sich erlaubt.

Packen Sie zu. Hand- statt Kopfarbeit.

Nicht nur Menschen, die viel mit dem Kopf arbeiten tut es gut, zum Ausgleich etwas Haptisches zu machen, ihre Hände zu benutzen, sich – positiv ausgedrückt – in etwas anderem verliert. Ich kenne das von mir selbst. Es gibt Phasen, da bin ich liebend gern Hausfrau und koche und putze. Oder ich bin in meiner Malwerkstatt und Schneiderei. Ich konzentriere ich mich auf eine Naht oder auf Bilder und komme in einen ganz anderen Gemütszustand. Alles andere, das ganze Grübeln und Hadern ist komplett ausgeblendet, ich versinke im Tun. Und das kann sehr heilsam sein.

Stellen Sie Fragen. An sich selbst.

Wer fragt der führt, heißt es. Und gute Fragen ergeben auch gute Antworten. Wenn Sie morgens schwer aus dem Bett kommen und keine Motivation finden, fragen Sie sich doch mal, wofür Sie gerade dankbar sind. Man sagt schnell „Wofür soll ich schon dankbar sein?“, aber wenn wir uns auf die Suche machen, dann ist unser Geist, unsere Seele, unser Herz angehalten auf das Positive zu schauen und schon haben Sie die Antworten und fühlen sich viel besser. Weitere Fragen könnten sein: Worauf freue ich mich heute? Was läuft gut in meinem Leben? Oder was möchte ich in Zukunft anders machen? Das regt die Kreativität an und kann schon eine Kehrwende einleiten.

Im November 2021 war ich als Expertin und Mentalcoach bei Radio Salzburg „Mittagszeit – Ihr Radio zum Mitreden“ eingeladen. Es war genau der Tag, an dem Österreich einen erneuten Lockdown beschlossen hatte. In der Sendung ging es darum, wie das alles noch auszuhalten ist. Wie man am besten mit der Situation umgeht, den Kopf freibekommt, die Zeit trotzdem positiv nutzt.

Das ganze Interview können Sie hier anhören:

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